Unseriöse Kapitalanlagemodelle und wie man sie erkennt Wer Geld auf der hohen Kante hat, ärgert sich seit Jahren über die niedrigen Zinsen- für Festgelder oder Bundeswertpapiere. Auf der Suche nach rentableren Geldanlagen tappen viele Anleger in die Falle von „Finanzhaien«. Sie versprechen hohe Renditen, doch am Ende steht oft der Totalverlust.

Um an das ersparte Geld leichtgläubiger Menschen zu kommen, lassen sich sogenannte „Finanzhaie“ immer neue Kapitalanlagemodelle einfallen. Unter den Geschädigten sind auch zahlreiche Landwirte zu finden. Wir stellen deshalb im Folgenden eine „Schwarze Liste“ unseriöser Modelle vor, bei denen man als Anleger besser die Finger lassen sollte.

Bankgarantien Den Anlegern wird angeboten, ihr Kapital in den Handel mit so genannten Bankgarantien zu investieren. Bei diesem Handel mit Bankgarantien erstklassiger Banken wird eine sehr hohe Rendite von bis zu 100 Prozent pro Jahr und mehr versprochen. Aufgrund des hohen Profits würden diese Produkte auch von den beteiligten Banken auch nur einer ausgesuchten Kundschaft angeboten, der Markt sei nur Eingeweihten vorbehalten. ‚Letztlich handelt es sich um Betrug. Anlegern wird vorgespielt, dass sie sich am Handel mit Bankgarantien beteiligen können; wobei dieser Handel angeblich nur mit einen größeren Kapitaleinsatz möglich wäre. Daher wird den Anlegern angeboten, dass sie in einen Pool einzahlen können und wenn die erforderliche Mindestsumme erreicht ist, würde ein Handel mit Bankgarantien starten. In diesem Zusammenhang fallen oft Begriffe wie Standby Letter of Credit oder Prime Bank Guarantees. Tatsächlich existiert ein Handel mit Bankgarantien nicht. Im Geschäftsverkehr der Banken existieren zwar Akkreditive oder Bankgarantien. Diese dienen aber regelmäßig nur zur Absicherung eines konkreten Grundgeschäftes im internationalen Handeisverkehr. Eine derartige Garantie wird nie ohne Bezug zu einem Grundgeschäft ausgestellt.

Handel mit Diamanten Anlegern werden in Folien eingeschweißte Diamanten veräußert, und zwar entweder mit einer Rückkaufsgarantie oder dem Versprechen hoher Gewinne. Das Öffnen der Folie ist verboten, da sonst die Expertise angeblich wertlos wird.

Hohe Gewinnversprechen erweisen sich als Utopie. Ein liquider Markt für Privatanleger existiert nicht. An der Diamantenbörse in Antwerpen findet nur ein Handel zwischen Profis statt. Auch seriöse Expertisen geben nicht den Wert des Steines an, sondern beschreiben lediglich dessen Eigenschaften. Durch die Versiegelung soll eine Überprüfung der Steine und auch der Richtigkeit der Expertise naturgemäß ausgeschlossen werden.

Grundschuldbriefe Unseriöse Anbieter geben vor, dass Eigentümer von Immobilien mittels Beleihung von Grundschuldbriefen hohe Renditen erzielen können. Dabei werde die Rendite aus der Wertdifferenz zwischen., Beleihungs- und Verkehrswert erwirtschaftet. Nach Übertragung des Grundschuldbriefes wollen die Initiatoren dann angeblich einen Kredit aufnehmen und mit dem Gegenwert in einem angeblich bestehenden Markt über einen Handel mit Grundschuldbrief die hohen Renditen erwirtschaften. Tatsächlich verschaffen sich die Anbieter durch‘ die Vorlage der Grundschuldbriefe durch Dritte entsprechende Kredite, deren Gegenwert aber dann in die eigene Tasche fließt. Der geschädigte Grundstückseigentümer haftet aber mit seinem Grundstück für die Rückzahlung der Darlehen.

Oliver Busch

Oliver Busch ist seit 1992 zugelassener Rechtsanwalt in München.

Sein Fokus liegt in den Bereichen Bank- und Börsenrecht, Kapitalanlagebetrug, Arbeitsrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht.

Rechtsanwalt Busch ist als Autor und Referent zu verschiedenen Themen aus dem Kapitalanlagerecht tätig.