Bei P&R fehlen circa eine Millionen Containern, wie sich aus einer aktuellen Mitteilung der vorläufigen Insolvenzverwalter der P&R-Gruppe ergibt.

Fehlmenge über zehn Jahre

Bis heute sind von den Gesellschaften der P&R-Gruppe circa 1,6 Mio. Containern an Anleger verkauft worden und der Ist-Bestand beläuft sich aber nur auf circa 0,6 Mio., wie die bisherigen Auswertungen der Insolvenzverwalter der P&R-Gruppe ergaben. Diese Differenz hätte sich über den Zeitraum von mehr als 10 Jahren aufgebaut, so die Insolvenzverwalter. Bereits im Jahre 2010 hätte eine Differenz von circa 0,6 Mio. Containern bestanden. Es wird nun geprüft, wie diese Differenz zustande gekommen ist.

Dennoch erhebliche Werte vorhanden

Trotz der hohen Bestandsdifferenz sind erhebliche Werte vorhanden, so die Stellungnahme der vorläufigen Insolvenzverwalter. Es würde auch alles unternommen, um die vorhandenen Container bzw. Vermögenswerte zu sicheren und Zahlungseingänge zu generieren und die Container bestmöglich zu verwerten.

Einerseits werden daher Anleger mit signifikanten Verlusten rechnen müssen. Auf der anderen Seite ist aufgrund der bisherigen Aussagen der Insolvenzverwalter aber auch die Hoffnung begründet, dass auch ein nennenswerter Rückfluss im Insolvenzverfahren erfolgen kann.

Völlig unabhängig vom Insolvenzverfahren können für geschädigte Anleger aber auch noch weitere Möglichkeiten bestehen, den erlittenen Verlust wieder zu realisieren bzw. zu begrenzen. Denkbar ist die Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen gegen Verantwortliche der P&R-Gruppe bzw. auch gegen Berater.

Die Kanzlei Engelhard, Busch & Partner unterstützt Anleger nicht nur in den Insolvenzverfahren sondern auch bei der Prüfung und Durchsetzung von entsprechenden Schadensersatzansprüchen.

Wurde bei P&R doch betrogen?

Nach Vorermittlungen hat die Staatsanwaltschaft nun auch ein formelles Ermittlungsverfahren wegen des Verdachtes des Betruges eingeleitet. Wie berichtet, bestand das Geschäftsmodell darin, dass Anlegern von der P&R-Gesellschaft in Grünwald Container erwerben und im Rahmen von Verwaltungsverträgen wurden die P&R-Gesellschaften mit der Verwaltung der Container beauftragt und den Anlegern wurden regelmäßige Mietzahlungen versprochen.

Allerdings vermarkteten die P&R-Gesellschaften in Grünwald die Container nicht selbst, sondern die Container wurden von der P&R Equipment & Fincance Corp, Schweiz, beschafft und von dieser Gesellschaft in der Schweiz wurden auch nach außen Mietverträge über die Container abgeschlossen.

Die aktuellen Informationen der vorläufigen Insolvenzverwalter über die hohe Bestandsdifferenz bestärken den Verdacht eines Betruges. Wenn sich im Rahmen der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft dieser Verdacht bestätigt, erleichtert dies auch für Anleger die Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen aus unerlaubter Handlung gegen Verantwortliche.

17.05.2018

Oliver Busch

Oliver Busch ist seit 1992 zugelassener Rechtsanwalt in München.

Sein Fokus liegt in den Bereichen Bank- und Börsenrecht, Kapitalanlagebetrug, Arbeitsrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht.

Rechtsanwalt Busch ist als Autor und Referent zu verschiedenen Themen aus dem Kapitalanlagerecht tätig.