Der Küchenhersteller Alno hat einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über sein Vermögen gestellt. Seit dem Börsengang vor über 20 Jahren kämpft Alno bereits seit mehreren Jahren mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Jetzt erfolgte der Antrag auf Insolvenz.

Noch Anfang des Jahres wurde bei Alno eine Kürzung von Arbeitsplätzen beschlossen worden, da dies eine Besserung bringen sollte. Von Alno war aber bereits die Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2016 mehrmals verschoben worden.

Nach Mitteilung des Unternehmens erfolgt der Antrag auf Insolvenzeröffnung, da Verhandlungen mit potenziellen Investoren und Gläubigern zu keinem Erfolg geführt hätten.

Angestrebt wird ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung, bei dem ein Sachwalter zur Überwachung bestellt wird.

Ein weiterer Anbieter von Mittelstandsanleihen hat nun Insolvenz angemeldet. Ob es zu einem Verfahren auf Eigenverwaltung kommt, muss vom Insolvenzgericht noch entschieden werden.

Betroffen von der Insolvenz von Alno sind vor allem Gläubiger der Anleihen von Alno. Im Jahr 2013 war eine Anleihe (WKN: A1R1BR) mit einem Zinssatz von 8,5 % p. a. bis 14.05.2018 emittiert worden. 2014 hatte Alno eine Anleihe (WKN: A11QHW) mit einem Zinssatz von 8 % mit Fälligkeit zum 21.03.2019 begeben.

Die Kurse der Anleihen waren bereits in letzter Zeit stark gefallen.

Ob eine Sanierung gelingt, ist offen. Erfahrungsgemäß werden Anleihegläubiger im Rahmen einer Sanierung aber zu Beiträgen aufgefordert, etwa zum Verzicht auf einen Teil des Kapitals oder niedrigere Zinsen.

Wenn ein endgültiges Insolvenzverfahren eröffnet worden ist, können und müssen Gläubiger Ansprüche aus der Anleihe nur noch in diesem Insolvenzverfahren anmelden.

Die Kanzlei Engelhard, Busch & Partner berät und unterstützt betroffene Anleger, die Anleihen von Alno erworben haben, im vorläufigen und späteren Insolvenzverfahren.

Ob eine Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen gegen andere Beteiligte in Betracht kommt, muss die weitere Entwicklung und eine Prüfung zeigen.
Stand: 13.07.2017

Oliver Busch

Oliver Busch ist seit 1992 zugelassener Rechtsanwalt in München.

Sein Fokus liegt in den Bereichen Bank- und Börsenrecht, Kapitalanlagebetrug, Arbeitsrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht.

Rechtsanwalt Busch ist als Autor und Referent zu verschiedenen Themen aus dem Kapitalanlagerecht tätig.