In den letzten Jahren wurden vielen Anlegern von Ihren Bank der Erwerb von Zertifikaten empfohlen. Häufig war den Kunden aber dabei gar nicht bewusst, was ein Zertifikat ist und welche Risiken sich dahinter verbergen. Dies wird einigen Anlegern nun erst allmählich mit der Finanzkrise und auch etwa wegen des Zusammenbruchs der amerikanischen Investmentbank Lehmann Brothers, die zahlreiche Zertifikate herausgegeben hatte, bewusst.

Da auch unabhängig von der Insolvenz von Lehmann Brothers zahlreiche andere Zertifikate, die auch von anderen Emmittenten stammen, hohe Verluste aufweisen, stellt sich für die Geschädigten die Frage, ob sie von ihrer Bank, die ihnen zum Erwerb der Zertifikate geraten hat, nicht das investierte Kapital zurückverlangen können.

Anlegern wurden etwa von der Dresdner Bank, heute Commerzbank, Global Champion Zertifikate oder von der Citibank, heute Targobank, Alpha Express-Zertifikate empfohlen.

Sofern eine Bank zum Erwerb eines Zertifikates geraten hat und dies den Anlagezielen und der Risikoneigung des Kunden widerspricht, kann die Bank auf Schadensersatz haften. Die Kanzlei konnte bereits für einige Mandanten in Fällen, in denen die Zertifikate nicht von Lehman Brothers stammten, gegen Banken, auch über Vergleiche, positive Ergebnisse erreichen.

Des Weiteren ist eine Bank auch verpflichtet, den Anleger über die Funktionsweise und die Risiken von Zertifikaten aufzuklären. Dies gilt insbesondere, wenn ein Anleger keinerlei Erfahrungen in derartigen Anlagen hat. Mangels Aufklärung war auch vielen Anlegern nicht bekannt, mit welchen Risiken Zertifikate verbunden sind.

Sofern die Bank, die den Kauf oder die Zeichnung von Zertifikaten empfohlen hat, Provisionen bzw. Provisionsrückvergütungen erhalten hat, und dies dem Anleger nicht offen gelegt hat, kann dem Anleger ein Schadensersatzanspruch zustehen.

Allerdings muss, so Rechtsanwalt Oliver Busch , zunächst einmal in jedem Einzelfall geprüft werden, ob der Bank Beratungs- bzw. Aufklärungsverschulden vorgeworfen werden kann.

Weitere Informationen zu Zertifikaten von Lehmann Brothers.

Oliver Busch

Oliver Busch ist seit 1992 zugelassener Rechtsanwalt in München.

Sein Fokus liegt in den Bereichen Bank- und Börsenrecht, Kapitalanlagebetrug, Arbeitsrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht.

Rechtsanwalt Busch ist als Autor und Referent zu verschiedenen Themen aus dem Kapitalanlagerecht tätig.