Auf Antrag der Solar Millennium ist über deren Vermögen ein vorläufiges Insolvenzverfahren angeordnet worden. Damit ist ein weiteres Unternehmen der Solarbranche wirtschaftlich gescheitert. Der vorläufige Insolvenzverwalter prüft nun, ob und inwieweit die Anlagen weiter entwickelt werden können bzw. ein endgültiges Insolvenzverfahren eröffnet wird.

Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung vom 05.01.2012 konnte der vorläufige Insolvenzverwalter entgegen der Werbung von Solar Millenium bezüglich des Baus von vielen Sonnenkraftwerken lediglich ermitteln, dass nur ein einziges Sonnenkraftwerk fertig gebaut worden sei und nur ein weiteres Kraftwerk in Bau sei. Es wäre nur das Solarkraftwerk in Andasol in Betrieb und ein weiteres Kraftwerk in Arenales würde gebaut. Im Übrigen verweist die Süddeutsche Zeitung in dem Artikel auch darauf, dass es zwischen Spitzenfunktionären der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) und dubiosen Geschäften um Solar Millenium schon lange enge und fragwürdige Verbindungen geben würde. Bei den Projekten in Andasol und Ibersol in Spanien soll es sich um eigenständige, geschlossene Fonds handeln. Inwieweit die Insolvenz der Solar Millennium auf diese geschlossenen Fonds Auswirkungen hat, bleibt abzuwarten. Das Fondsprojekt der Ibersol soll rückabgewickelt werden.

Die Solar Millennium war auch an der Börse notiert. Betroffen von der Pleite sind zum Einen Aktionäre, die Aktien der Solar Millennium erworben haben.

Des Weiteren sind auch Anleger tangiert, die Anleihen der Solar Millennium erworben haben. Nach dem Prospekt sollte Kapital, dass von Anleihegläubigern zur Verfügung gestellt wurde, vorwiegend in ein großes Kraftwerksprojekt in den USA investiert werden. Inwieweit dort Investitionen stattfanden und ob das Projekt weitergeführt werden kann bzw. veräußert wird, wird von dem vorläufigen Insolvenzverwalter geprüft.

Nach Mitteilungen des Insolvenzverwalters wurden zwei Gesellschaften der USA-Sparte an die Firma solarhybrid verkauft. Dazu zählt auch ein 70-%iger Anteil an der Solar Trust of America LLC. Mit der Veräußerung der Holdinggesellschaften ist die gesamte Projektpipeline für Solarkraftwerke im Südwesten der USA an die solarhybrid übergegangen. Dementsprechend dürfte aber auch mit Erlösen für die Insolvenzmasse zu rechnen sein.

Im Übrigen ermitteln nach Medienberichten auch die Staatsanwaltschaft und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gegen Verantwortliche wegen des Verdachts von Insiderhandel.

Unsere Kanzlei unterstützt zum Einen Anleger bei der Anmeldung von Ansprüchen im Insolvenzverfahren.

Zum Anderen sollten betroffene Geschädigte nach unserer Ansicht auch durch einen im Kapitalanlagerecht spezialisierten Anwalt prüfen lassen, ob und gegen welche Verantwortliche sich Schadensersatzansprüche durchsetzen lassen.

Stand: 16.02.2012

Oliver Busch

Oliver Busch ist seit 1992 zugelassener Rechtsanwalt in München.

Sein Fokus liegt in den Bereichen Bank- und Börsenrecht, Kapitalanlagebetrug, Arbeitsrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht.

Rechtsanwalt Busch ist als Autor und Referent zu verschiedenen Themen aus dem Kapitalanlagerecht tätig.