Der Life Forestry Switzerland AG wurde von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) das öffentliche Angebot der Vermögensanlage mit dem Namen „Teakinvest“ bezüglich des Kaufs, der Pflege und der Verwertung von Teakbäumen in Costa Rica und Ecuador in Deutschland untersagt.

Das Verbot des öffentlichen Angebots der Vermögensanlage „Teakinvest“ beruht nach Angaben der BaFin darauf, dass die Life Forestry Switzerland AG keinen von der BaFin genehmigten Verkaufsprospekt für die Vermögensanlage veröffentlicht hat, in dem die nach dem Vermögensanlagengesetz nötigen Angaben enthalten sind.

Das Anlageangebot der Life Forestry Switzerland AG hinsichtlich des Erwerbs von Teakbäumen unter der Bezeichnung „Teakinvest“ in Costa Rica und Ecuador unterfällt nach Ansicht der BaFin dem Vermögensanlagengesetz. Nach dem Vermögensanlagengesetz dürfen Anlagen aber nur angeboten werden, wenn der Anbieter einen Prospekt veröffentlicht und dieser von der BaFin gebilligt wird.

Die Life Forestry Switzerland AG wirbt in einer Werbebroschüre damit, dass Forstinvestments zur Anlageklasse mit einem optimalen Chancen- Risikoverhältnis gehören und seit über fünf Jahrzehnten Investoren mit Holz eine durchschnittliche Rendite von rund 12 % pro Jahren erzielen würden.

Teakholz wachse enorm schnell, sei begehrt und sein Preis steige stetig. Anlegern könnten über die Gesamtlaufzeit im besten Fall sogar eine durchschnittliche Rendite im zweistelligen Bereich erzielen und würden gleichzeitig ein Höchstmaß an Sicherheit genießen.

Im Übrigen wird damit geworben, dass ein Investor über die Life Forestry Switzerland AG „die Gelegenheit“ hat Eigentümer von Teakbäumen auf unseren Plantagen zu werden.

Nach der Pflanzung sei die kommerzielle Ausforstung der Bäume geplant und Anleger würden Bruttoerlöse von 85 % ausgezahlt.

Im Jahre 2010 hatte Finanztest (test.de) darauf verwiesen, dass die Investition alles andere als sicher sei und am Ende das Geld auch komplett weg sein könne.

Obwohl vorher in der Werbebroschüre mehrfach die Sicherheit der Anlage geworben wird, heißt es in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, dass sich der Kunde bewusst sei, dass der Kauf der Teakbäume eine langfristige Investition darstellt, dass keinerlei Erträge- oder Renditegarantien bestehen und das politische und Währungsrisiken bis hin zum Totalverlust nicht ausgeschlossen werden können.

Das Schweizer Verbrauchermagazin k-geld hatte bereits im Jahre 2009 kritisch über das Angebot der Life Forestry Switzerland AG berichtet. In k-geld wurde darauf verwiesen, dass die Laufzeit der Anlage in der Regel 15 bis 20 Jahre betrage und der Anleger erst dann Geld erhält und in dieser Zeit viel passieren könne, sowohl bei den Bäumen, als auch bezüglich der politischen Lage und der Währungssituation.

Kein Vertrieb der Anlage „Teakinvest“ in Deutschland ohne gebilligten Prospekt

Ein Anbieter, der in Deutschland Vermögensanlagen öffentlich anbietet, muss einen Verkaufsprospekt nach dem Vermögensanlagengesetz veröffentlichen, soweit nicht bereits in anderen Vorschriften eine Prospektpflicht besteht. Der Verkaufsprospekt muss die nötigen Angaben nach dem Vermögensanlagengesetz enthalten.

Auch darf ein Verkaufsprospekt vor seiner Billigung durch die BaFin nicht veröffentlicht werden.

 Mögliche Ansprüche von Anlegern in Deutschland bei Anlagen ohne Prospekt

Wenn die zur Beurteilung der Vermögensanlagen wesentliche Angaben in einem Verkaufsprospekt unrichtig oder unvollständig sind, kann ein Anleger unter gewissen Bedingungen von dem Emittent und dem Anbieter der Vermögensanlage gegen Übernahme der Vermögensanlage die Erstattung des Erwerbspreises und dem mit die Erwerb verbundenen üblichen Kosten verlangen

Unter gewissen Voraussetzungen können daher einem Anleger Ansprüche nach dem Vermögensanlagengesetz zustehen. Dies muss im Einzelfall geprüft werden.

Anleger, die Fragen zu möglichen Ansprüchen haben, können sich gerne an die Kanzlei Engelhard, Busch & Partner wenden.

Stand: 18.10.2018

Oliver Busch

Oliver Busch ist seit 1992 zugelassener Rechtsanwalt in München.

Sein Fokus liegt in den Bereichen Bank- und Börsenrecht, Kapitalanlagebetrug, Arbeitsrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht.

Rechtsanwalt Busch ist als Autor und Referent zu verschiedenen Themen aus dem Kapitalanlagerecht tätig.