Bezüglich der Aimondo GmbH, Düsseldorf, hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) nach einer eigenen Mitteilung der Behörde den hinreichend begründeten Verdacht, dass die Aimondo GmbH Partizipationsscheine der Aimondo AG in Deutschland öffentlich anbietet, ohne dass ein Verkaufsprospekt veröffentlich wurde.

Gemäß Art. 3 Abs. 1 der EU-Prospektverordnung dürfen Wertpapiere, wie zum Beispiel Partizipationsscheine oder Aktien, nur mit einem von einer Aufsichtsbehörde gebilligten Prospekt angeboten werden. Von der Aimondo GmbH wurde für das Angebot von Aktien dieser Gesellschaft kein Prospekt veröffentlicht, so die BaFin.

 Keine Ausnahme für Aimondo GmbH

Die BaFin weist auch darauf hin, dass sie keine Gründe für eine Ausnahme von der Prospektpflicht sieht.

Wertpapiere, wie Aktien, dürfen in Deutschland grundsätzlich nur dann angeboten werden, wenn ein von der BaFin zuvor gebilligter Prospekt veröffentlicht worden ist.

Die BaFin prüft, ob der Prospekt die gesetzlich geforderten Mindestangaben enthält und ob der Prospektinhalt für den Anleger verständlich und ohne Widersprüche ist. Allerdings prüft die BaFin den Prospekt nicht auf deren inhaltliche Richtigkeit.

Wenn ein Prospekt falsch oder unvollständige Angaben enthält oder ein Prospekt nicht veröffentlicht worden ist, kann sich für den Anbieter und Emittenten eine Haftung nach dem Wertpapierprospektgesetz (WpPG) ergeben.

Warnung von Finanztest vor Aimondo GmbH

Die Zeitung Finanztest warnt davor, dass ein Mitarbeiter der Aimondo GmbH auf eine Kundenanfrage nach einem Festzinsangebot Risiken verneint und am Telefon erklärt, dass es als „Kirsche auf der Torte“ 1,75 %“ on top gebeten würde und dadurch bei unerfahrenen Anlegern unrichtigerweise der Eindruck erweckt wird, dass es sich um eine sichere Sache handelt.

Möglichkeiten für Anleger der Aimondo GmbH

Soweit Anlegern Partizipationsscheine der Aimondo GmbH angeboten wurden, ohne dass dafür ein von der BaFin gebilligter Prospekt veröffentlicht worden ist, kann sich für einen Erwerber unter gewissen Bedingungen ein Anspruch gegen den Anbieter und Emittenten der Anlage gegen Übernahme der Aktien auf Erstattung des Erwerbspreises ergeben.

Dies muss im Einzelfall geprüft werden.

Auch ist es denkbar, dass sich Schadensersatzansprüche begründen lassen, z. B. auch wenn Risiken von anderen Anlagen, wie etwa Anleihen der Aimondo GmbH, gegenüber Anlegern falsch dargestellt werden.

Die Kanzlei Engelhard, Busch & Partner berät und unterstützt Anleger, die Kapital für von der Aimondo GmbH angebotenen Anlagen zur Verfügung gestellt haben.

20.05.2021